dicke tiere

June 10, 2006

ein gelungener samstag

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 11:16 pm

10 stunden gezeichnet. zwei schmalzbrote mit grammeln gegessen. urlaubspläne für den sommer gemacht (mit david und richard zu fuss von österreich nach italien). nach hause gegangen und fotos angeschaut (die eigenen natürlich). fotos auf flickr geladen. und minimal techno dabei gehört. dominik eulberg und so. jetzt noch emma lesen und schlafen gehen. ich hab übrigens wieder internet aber noch keinen messenger. an alle, die sich beschwert haben.

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 1:18 am

ich muss jetzt mal dieses gedicht hier zitieren, dass mich so bewegt hat, wie schon lange nichts mehr:

 mutter wurde eine nessel

vater wurde eine pappel

stattdessen sagte einer

mir beim abendessen

alle liebe wird uns mal zur klette

weiß ich was er wurde

und wie ich mich verpacke

aber ich wäre gerne der schaum

am lippenstück der klarinette

das dämmerige geld der diebe

oder das magere gebell der hunde

gegen das rippenmuster einer jacke

May 28, 2006

martin k., 25j, berlin: dein blog ist langweilig

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 6:30 pm

wie so oft, wie eigentlich immer, hast du recht, purzelchen. aber es ist auch nichts geschehen, wochenlang. weil ich zu tun hatte, weil ich in senegal war und in berlin, weil mein vater auf den kopf gefallen ist und weil ich umgezogen bin und ich am flughafen arbeiten muss, dort wo die promis sind. gestern hab ich mir ein autogramm von tokio hotel geholt, das werde ich in meine neue, weiße küche hängen. hc strache war auch da aber da hab ich nicht schnell genug reagiert. heute abend werde ich meinen senegal-bericht schreiben, den wir ja abgeben müssen aber ich glaube, rudi schreibt uns das zeugnis auch so. rudi ist assistent in der schmalix-klasse und ich habe in dakar mein volles gazelle-bier auf seiner hose verschüttet. ich wollte zwei flaschen gazelle mitnehmen aber am letzten tag hatte ich dann kein geld mehr, weil ich alles dem perversen phillipe geliehen hab, der hat sich dafür zwei nutten aufs hotel bestellt, die sau. gut, dass wir ein hässliches photo von ihm haben. da wo ich jetzt wohne, ist türkenstrich nur sind die alle hetero. gestern abend, ich war gerade sannas katze im 7. füttern, gehe ich nach hause, wolkenbruch, es fängt zu schütten an, ich ziehe meine sandalen aus und spaziere fussnackt durch die sintflut und höre dazu marvin gay, i heard it through the grapevine. gesungen hab ich auch und 10 meter vor meiner haustür fangen mich die 18 jährigen strichjungen ab und versorgen mich mit joints und komplimenten, dass ich schöne augen habe und ob ich alleine wohne. aber wir sind ja nicht von gestern. lieber leg ich mich rauf und huste mir die lunge aus dem hals. und dann lese ich den spiegel und die zeit und den standard weil ich krieg ja die zeitungen jetzt gratis, das ist schön. noch ein bißchen senegalesische volksmusik zum ausklang und ein heißes vollbad, dazu eine cola light im roten glas. ich mach jetzt diät, so ein bißchen. in berlin wurde ich noch handgefüttert, das war schön, mit einer quarktasche und mit sandwiches und ganz viel liebe. und zigaretten hab ich gedreht gekriegt und den kopf gestreichelt und ganz viel liebe nur nicht von dem, der es machen sollte, weil der, wo es wünschenswert wäre, der ist vergeben. sowieso, ich erkenne da ein muster, ich verliebe mich ausschließlich in männer, die schon vergeben sind. aber das ist jetzt auch keine neue erkenntnis. und der erste schritt zur besserung ist es schon gar nicht. scheiss auf die liebe. des braucht ka mensch. die meersau paul hat sich auch schon eingewöhnt und die liebt überhaupt niemanden, die hasst alles und jeden außer grünen salat und gurken. jetzt genug geschrieben, denn ich habe einen neuen, fingerdicken, goldenen filzstift in der tasche und einen in funkelblau, die probier ich jetzt aus, eine endlosrolle mit buttercreme weißen papier wartet einen stock über mir darauf. ich weiß auch schon, was ich male, ich male meine ganz persönliche berlin-liebesgeschichte, die keinen anfang und kein ende hat und von der raphaela meinte, es ist so offensichtlich. das schon aber es ist auch vergebens. gut, denn mein vater meinte gestern, so lang ich studiere, hab ich sowieso keine zeit für sowas. da hat er recht, herr specht.

May 2, 2006

die banane: fang murli, hamm hamm!

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 11:01 am

nach vier jahren endlich wieder motorrad gefahren. fünf uhr morgens, durch ein noch dunkles aber der himmel schon ins ultramarin verschmelzende wien. keine autos auf den straßen, nur wir und die maschine. die helme schlagen aneinander. du schreist mir was zu und ich verstehe nicht. aber ich lache und quietsche und hab die hormone nicht mehr unter kontrolle, die da ausgeschüttet werden, im geschwindigkeitsrausch. alles fließt vorbei. straßenlaternen und donau, der wind. schlängelt sich unter das visier und macht morgen vielleicht halsweh. aber nur vielleicht und frühestens morgen.
die nacht ist vorerst mal unendlich. meine haare hat sanna gestern zum brunch in der villa geschnitten. schön wars bei apfelstrudel und bratfett: rudi und paul sprechen über andreas topfpflanzen, die im hof herumstehen und sterben. da kommt andreas herein.rasierklinge und zuckerwatte zugleich, o-ton rudi: wenn man von der sonne spricht, dann scheint sie auch. gerade haben wir dich ausgerichtet! an ganz wenige traditionen halte ich mich. eine davon ist das maifest im prater. menschenmassen. lärm. dreck. trotzdem unumgänglich. aber ich glaube, das ist etwas, dass nur einheimische nachvollziehen können. so wie man in berlin in den mauerpark steinewerfen geht, so geht man bei uns in den prater und fährt mit irgendwas blöden. wir gestern kreischend und gackernd geisterbahn. drei häuser weiter eine türkengang in der grottenbahn. rene getroffen, der mir erzählt hat, dass max goldt mitte mai im wuk ne lesung hat. und ich bin in berlin. scheisse. ich liebe max goldt. und das wochenende waren die tiger lillies und ich natürlich nichts mitgekriegt davon. notiere: rene ist gute quelle. rene warm halten. aber weil die show on go muss, schaut man tiefer ins bierglas. beziehungsweise in den durchsichtigen plastikbecher, auf dessen grund etwas glänzt und schimmert, was vollrausch heißt. gerade noch die kurve gekriegt und stattdessen kaffee und wasser getrunken, bis fünf uhr morgens. das mach ich jetzt als bikerbraut halt so. pulli geklaut und pulli angezogen, weil zu wenig angehabt und zu kalt zum fahren. auf dem pulli stand irgendwas mit disco. sonst war er hellblau und hässlich. das haben hellblaue kleidungsstücke meistens so an sich. zum frühstück gabs political incorrectness deluxe und den kopf gestreichelt. aber mehr nicht.

April 30, 2006

fragen, die gepflegte sonntagabendstreiterein so mit sich bringen

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 11:13 pm

warum ist man zu wildfremden menschen immer höflicher, freundlicher, liebenswürdiger, als zu denen, die man liebt?

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 7:11 pm

in meinem kopf  steckt noch immer james turrell und kiki smith. gelesen und nicht gleich vergessen sondern verarbeitet und bearbeitet, verwurstet und etwas eigenes daraus geschlussfolgert. ich bin verliebt in meine arbeit und jetzt gerade habe ich liebeskummer, denn ich kann nicht arbeiten. tante margit hat mir heute erzählt, dass sie im moment keine lust hat, ihre blumen zu setzen, zu gießen, zu düngen und sonstwie zu pflegen. einfach keine kraft, kein antrieb. versteh ich, mir geht es so mit meinen bildern. da ist nichts. ich kann einfach nicht. sie auch nicht. ihre blumen sind meine bilder. wir haben beide die hände meines vaters gehalten und auf die anzeigetafel gesehen. die grüne linie, das ist die herzfrequenz. 51. die rote linie ist der blutdruck. 81. die weiße linie, das ist der zentrale venendruck.11. die hellblaue linie ist die sauerstoffsättigung des blutes.19. die beatmungsmaschine spricht auch zu uns, die sagt, heute ist der lungendruck tief und wir haben 50%, das ist besser als gestern, da waren es noch 65%. wir stehen also da und starren diese bunten linien an. die sprechen zu uns, mein vater und ihr bruder nicht. wir sagen dinge wie schokolade und rotwein und warten, ob die linien reagieren. manchmal steigt der blutdruck dann und wir deuten das als etwas. wie vertreibt man sich zwei stunden auf der intensivstation. der bettnachbar, heinz, hatte einen schlaganfall und hatte heute schon die augen geöffnet. das hat mich ehrlich gefreut auch wenn ich ihn gar nicht kenne. aber die ärzte haben gesagt, er wacht wahrscheinlich nie wieder auf. im zimmer daneben ist heute eine frau gestorben, während ich da war. nicht schnell, langsam. die angehörigen im flur sind verwelkt. minütlich. viele pfleger um ihr bett herum und nur blicke und zitternde hände, tränen. aber heinz hat es geschafft und ich flüstere meinem vater ins ohr, dass er sich ein beispiel an heinz nehmen soll. heinz wird über einen luftröhrenschnitt beatmet und schnappt manchmal nach luft mit dem mund, wie eine kaulquappe sieht er dabei aus und sein blick ist ins leere, er verdreht die augen zwar aber ich glaube, er nimmt mich nur als rosa-grünen farbfleck wahr. die schmerzmittel, das morpium, die drogen, der entzug. alle patienten, die wach sind, auf cold turkey hier. ich nehme das öl, das nach etwas esoterischen riecht und reibe mir die händ ein, die sind ganz ausgetrocknet, von ewig desinfektionsmittel hier und davor waren sie ausgetrocknet von ewig terpentin nach dem drucken. vorgestern habe ich ihm zwei stunden lang kalte wickel an armen, beinen und kopf gemacht und auch auf dem bauch, kaltes wasser mit pfefferminzöl und seine temperatur ist von 37,8 grad auf 37,0 grad gesunken. kleine erfolge machen glücklich. heute  massier ich  ein bißchen öl in die stirn ein, weil die haut so trocken ist. das wartezimmer für besucher ist deprimierend. es gibt nur broschüren über krankenhäuser und mildes mineralwasser und ein buch, in das sich die besucher eintragen müssen. aber wer macht das schon. ich schreibe meinen namen mit großen blockbuchstaben. keine unterschrift. es ist schwül im zimmer, ich muss ständig wasser trinken und dann aufs klo rennen. vielleicht auch die nervosität. ich hebe seine arme und beine und streiche die bettwäsche darunter glatt, die darf keine falten haben sonst bekommt er blasen auf der haut. er bewegt sich ja nicht. die aussicht ist nicht so besonders. man sieht nur noch mehr krankenhaus mit einer gelben plastikfassade. die wände sind gelb. die vorhangsstangen sind gelb. als wäre die intensivstation in vanillepudding getaucht. als letztes hat mein vater eine tiefkühlpizza gegessen. jetzt kriegt er nur noch weiße soße durch einen schlauch in die nase. sieht aus wie milch. alles ist milch, wie martin richtig schreibt. milch und sperma, die ursuppen des lebens. ich steh gerade so auf die farbe weiß. ihre unfarbigkeit. weiß ist gleich licht. chris burden hat in seiner installation “the fist of light” so helles licht erzeugt, dass schwarz zu weiss wird. meine wohnung ist frisch renoviert und alles strahlt weiss. wir sind heute geblendet und begeistert wie drei frisch geschlüpfte welpen durch die jungfräulichen räume gekrochen. die wände betastet und die türrahmen gestreichelt, auf leitern gestiegen und unter die spüle gekrochen. sie ist unser. sie ist neu. sie ist weiss. wer stirbt, sieht das licht am ende des tunnels.

April 25, 2006

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 11:51 pm

ich habe mir vorhin in der ubahn überlegt, ein fanzine zu machen. vielleicht über dicke tiere. aber jetzt nicht so wie der blog, wo es nie darum geht. sondern ordentlich. schluss mit lustig, her mit traurig! heute abend auf den stufen vor der akademie gesessen und simon und david haben auf akkordeon und gitarre “you sexy thing” gespielt. was ja eines meiner lieblingslieder ist. ich hab sie vor monaten darauf gebracht und jetzt ist es programm. clara fährt morgen nach spanien und geht mit ihrer mutter zwei wochen lang den jakobsweg. ich flieg in einer woche nach dakar und besuche die dak’art. barbara macht jetzt irgendwann ihr auslandsemester in brüssel. und kati in bratislava. aber das schon länger.möchte jemand im juni einen segeltörn in kroatien machen? ich hätte da was zu vermitteln. ich habe mir eine lebensbejahende, erbsengrüne hose gekauft. leider habe ich nichts, was dazu passt. das wäre alles sehr schön, müsste ich nicht andauernd angst vor dem anruf, der schlechte nachricht bringt, haben.

April 22, 2006

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 11:39 am

in situationen wie diesen merkt man schnell, wer wirklich wichtig ist. wer einen liebt. wer für einen da ist. wer sich sorgt. und wer mit einem nur zu tun haben will, wenn man gerade bester laune UND noch dazu auf die eine oder andere art und weise nützlich ist.  gestern habe ich erst gelesen, dass niemand sein schicksal ändern kann. aber seinen charakter sehr wohl. den hat man genau so sein leben lang. ist mir unbegreiflich, dass leute, die wissen, dass sie scheisse sind, nicht mal was dran ändern wollen. _das_ ist für mich der inbegriff von dummheit.

April 20, 2006

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 10:32 pm

http://www.noen.at/redaktion/n-pur/article.asp?Text=199926&cat=337

April 14, 2006

der t-punkt

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 1:34 pm

das wecken mit dem hochzeitsmarsch hat so gut funktioniert, dass ich gleich wieder eingeschlafen bin. ne viertelstunde, bevor der blöde zug fährt, wieder erwacht und gerannt, gerannt, gerade noch rechtzeitig zum treffpunkt gekommen. dann die hübsche, hellblaue jacke und kappe an und los gehts. danone topfencreme austeilen. ich habe heute vier stück gegessen und mir ist schlecht wie sau, obwohl das zeug echt gut ist. natürlich hat es geregnet und gestürmt und war saukalt. es ist faszinierend, wie sich menschen wegen einer gratispackung topfencreme, die im supermarkt 80 cent kostet, erniedrigen können. wir dürfen ja nur eine pro person hergeben. und werden kontrolliert. da kommen leute und erzählen dir mitleidsgeschichten in einem höchst wehleidigen tonfall, von der todkranken mutter zuhause oder der 90jährigen nachbarin, die nicht mehr gehen kann oder den hungernden kindern, denen sie unbedingt etwas mitnehmen müssen. 89 cent ist also die völlige würdelosigkeit wert. auch toll, wie wenig selbstbeherrschung manche haben. man stelle sich vor: eine theke, auf der aufgebarrt so an die 100 stück topfencreme liegen, dahinter stapeln sich die kisten mit noch viel viel mehr topfencreme, es ist also ganz offensichtlich genug für alle da. anstatt, dass sich die menschen gesittet und normal, so wie man es fälschlicherweise erwartet, der reihe nach anstellen, stürmen sie nach vorne und grapschen sich alles selber, über dich drüber, neben dir vorbei, nur um ja auch noch ein stück zu kriegen. als wäre eine hungersnot ausgebrochen. als wären wir nicht in einem der reichsten industrieländer überhaupt sondern in zentralafrika. auch toll die leute, die sich die mühe machen, alle 10 minuten vorbeizugehen, nur um ja noch eine gratisprobe abzubekommen. die zeit möchte ich mal haben. somit also festgestellt: so bald es etwas kostenlos gibt, drehen alle durch. tiefe einblicke in die abgründe der menschlichen psyche. froh bin ich auch, dass ich für keine schicht am reumannplatz eingeteilt war. ein kollege hat mir erzählt, dass er gestern von einer türkengang bedroht wurde, dass sie ihre brüder holen, wenn er ihnen nicht noch mehr topfencreme gibt. er hat dann geantwortet, wenn deine brüder kommen, dann kriegen sie auch alle eine.

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