perlen vor die säue
alleine auf bahnhöfen herumstehen. warum machst du das. weil es hier zeitungen und süßigkeiten gibt. und ich den ganzen tag auf diese große uhr schauen kann. noch besser sind die flughäfen. da spricht fast keiner mehr die sprache oder eine sprache, die ich verstehe. sind ja nur zwei. heute schmerzt der kopf und der hals ist trocken. aber ich habe noch immer nicht das geld für ein ticket in der tasche. geld macht frei. ich habe meine filzstifte in die tasche gepackt und ein buch. mehr braucht es für den tag nicht. ein lattella mango vielleicht. heute nacht wieder die gleiche sehnsucht wie immer. nichts körperliches. wann kommt der tag, an dem ich weggehen kann? so weit wie ich will. zufriedenheit bedeutet stillstand bedeutet tod. an einem ort bleiben ist wie begraben werden. jeder tag eine schaufel voll erde. hier und da ein kleiner ausbruch aber noch nicht genug. etwas erde wegschütten. dann sehe ich wieder klarer, wenn die erde weg ist und dann sehe ich, wie andere menschen das bekommen, wonach ich mich sehne. ich kämpfe darum. ich bettel, ich flehe, ich wünsch es mir so sehr. bei jeder wimper die ich von meinen fingern blase wünsche ich es mir. und die bekommen es geschenkt, nachgeworfen und wollen es nicht. ich bin wie der bettler, der die leute um einen euro anschnorrt. um den er sich ein bier oder eine wurstsemmel kaufen könnte. oder vielleicht is es noch der letzte euro, der für seine drogen fehlt. so wenig könnte so viel glück sein. und dann sieht er, wie die leute münzen in bescheuerte brunnen werfen und sich etwas wünschen. obwohl sie wissen sollten, dass, so bald man sich etwas wünscht, es garantiert nicht in erfüllung gehen wird. denn man soll seinen träumen kein denkmal bauen.
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