dicke tiere

February 10, 2006

martin und ich haben das gleiche vor

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 2:22 pm

oohoohoo du hübsches ding
ich versteck meinen ehering

klingelingeling wir könntens bring
doch wir nuckeln nur am drink
oohoohoo du hübsches ding

du bist queen und ich bin king
wenn ich dich seh dann muss ich sing

“tingalingaling you pretty thing”

(seeed)

it’s not the way you lead me by the hand into the bedroom

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 11:41 am

du hast doch nicht wirklich geglaubt. jaja. doch. halts maul. vergessen wir das endlich. das thema abschließen. im horoskop stand, wenn ich loslasse, kommt was viel besseres. ich hab den kopf tief in den schnee gesteckt. wer legt, der fegt. bröselt mir noch immer aus der nase. ja und wer zum teufel bist du eigentlich? namen. wen interessieren schon namen? ich hab die augen zugemacht und mir vorgestellt, es wäre brad pitt. und was machen wir heute, schnucki? ja, wir gehen auf die goaparty. aber ruf mich an. wir rufen. uns. an. ich weiß, du liebst mich. er hat mit dem lecken gar nicht mehr aufgehört. sag ich dir. wo kam eigentlich der vodka her? vodka mit vanillecola. interessant? nein, unvermeidbar. und sie haben geredet. blabla. schon wieder einer von der vismed? gibts ja nicht. lass uns hier abhauen. mit kapuzen auf den köpfen. die schonen das haar. ich habe locken getragen. wieder mal. aber du warst schöner. alle hatten sie braune augen. wie die rehe. bin ich im wald? komm schon. nimm meine hand. führ mich ins. das bett ist frisch gemacht. der raum ist weiß. weiß wie schnee. das hatten wir doch schon. keine vorhänge. aber die nachbarn sollen ja auch was zu sehen kriegen? sie meinte, ich wäre. ich hab schockiert getan. aber es hat mich scharf gemacht. war das wirklich nötig gewesen? ich war nur noch mit der silberkette bekleidet. verrutscht in die abgründe. lust kann sehr destruktiv sein. aber dann macht es doch erst richtig spaß? wenn es weh tut. mach es härter. ist ok so. ich sag schon. am boden zerwühlte unterwäsche. daneben ein scherbenhaufen. und ich kann drum n bass noch immer nicht leiden.

February 9, 2006

schnapp

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 10:52 am

die prinzessin hat das gekriegt, was sie wollte. acht jahre lang hat sie darauf warten müssen. und jetzt - tata! sie hat mit ihrer großen, geheimen schulliebe geschlafen. es war nicht geplant, so wie nichts im leben, das von bedeutung ist, geplant werden kann. aber war das für sie wichtig? der akt an sich wohl kaum. eher die eroberung. dieses “jetzt hab ich dich doch noch gekriegt”-gefühl. dabei hat sie gar nicht viel gemacht. außer das übliche, lächeln, brust raus, wegrennen. fangen spielen. er ist ein auffallend schöner mann. natürlich sind alle beteiligten betrunken gewesen. sonst hätte es nicht geklappt. denn eigentlich sind wir ja nur freunde und das schon seit ewig. aber nicht so in dieser nacht. da wurden hände gehalten. eng getanzt zu musik, zu der man eigentlich gar nicht eng tanzen kann. lange, sehr sehr lange geküsst. ich weiß, dass ich das gut kann. ab dem punkt gibt es kein zurück mehr. es war gut. aber es war nicht das ziel. kennst du das gefühl, endlich angekommen zu sein? das hat sich nicht eingestellt.

February 7, 2006

gak gak gak!

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 9:26 am

heute um 7:30 aufgestanden. keine ahnung, wann ich das zum letzten mal gemacht habe. aber das war es wert. ich will da einziehen. verdammt. wer schenkt mir 3520 euro für kaution und provision? ich weiß es. ich kann nur in dieser wohnung glücklich werden. auch wenn die aussicht echt scheiße ist. aber wer braucht schon ne schöne aussicht, wenn er so ne sicht in den spiegel hat wie ich? eben. 5 minuten zu fuß zur uni. aus der haustür fallen und am naschmarkt liegen. eine schwulenbar im haus nebenan. ich liebäugele wieder mal mit organhandel.

February 6, 2006

frauengespräche

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 9:31 pm

also wo bist du jetzt gerade? ich bin rennweg, bei der sbahn da. und du? auf der tu. also. ich warte dann beim mcdonalds. ok, ich bin gleich da. und? was machen wir jetzt? gehen wir ins kino? ich will dir meine neue wohnung zeigen. gehen wir übern naschmarkt. nein. es ist so kalt draußen. ich will aber den blöden film nicht schauen. na gut, dann gehen wir in sommer vorm balkon. aber nur, weil du mich seit wochen mit diesem scheiß-film nervst. das ist wie mit der chinesischen wasserfolter. ich will sommer vorm balkon sehen. ich will sommer vorm balkon sehen. du bist ein terrorist. und was ist mit diesem gärtner-film? nein, der ist zu anspruchsvoll. das ist sowas mit entwicklungshilfe und so scheiß. jetzt komm, das is doch eh spannend. du bist so ein alter nazi. wenn du mal keine lust auf anspruchsvolle filme hast, dann machst du die immer schlecht. und jetzt? jaja. ich beuge mich dem system. aber lass uns vorher noch. ich will ein eis. wieso rennst du da jetzt hin? ich will weintrauben stehlen. du hast nen knall. kaufst du mir die schokolade? ich lad dich ein. wir sind schon fast da. du solltest nicht mehr mit ihm reden, finde ich. er ist schlecht für dich. er ist böse. der teufel. er hat seit drei jahren eine freundin und erzählt dir, du seist seine große liebe? was für ein schwachsinn. und nein, das ist keine leistung. auch wenn er dir cds brennt. vergiss es. fall nicht wieder auf seine billigen tricks drauf rein. ja ich weiß. ich bin nicht besser. ich werf ja gar nicht mit steinen nach dir. ich sitz im palmenhaus. ich weiß. nein. also ich wollte eigentlich nur ficken aber er kuscheln und küssen und so nen scheiß. was soll man da machen? steht man ja gleich wieder als perverse da. ich mag ihn ja. aber nicht so. ach. ich weiß auch nicht. das war sehr verwirrend. ich hab übrigens in ner frauenzeitschrift gelesen, man soll mit elektrischen zahnbürsten masturbieren. ich hab das gemacht. das war echt geil, der beste sex, den ich seit jahren hatte. aber ich habe meine elektrische zahnbürste dabei kaputt gemacht, ist das nicht krank? hör auf, du bringst mich auf ideen. ich hab mir nämlich auch gerade ne neue zahnbürste gekauft. oh. übrigens. lass uns nächste woche vibratoren kaufen gehen. es ist zeit, dass wir unabhängig werden. die männer sind doch eh alle zu blöd, es einem richtig zu besorgen. nein. das zählt nicht. wenn man will, dass etwas richtig gemacht wird, muss man es selber machen. also mit dem -biep- klappts auch nicht so richtig. ich weiß nicht. wir sind wohl beide zu schüchtern. du musst einfach ne drecksau sein. greif ihm zwischen die beine. das kapieren sie alle. er denkt vielleicht, du stehst auf blümchensex. wenn du nur so passiv rumliegst und lieb guckst. ja ich weiß. ich bin übrigens wirklich primitiv. ich steh echt nur auf große männer. also. der -biep- der ist ja wirklich in jeder hinsicht dem -biep- überlegen. und wohl das beste, was mir jemals passiert ist. aber er ist einfach so klein. ich bin wie ein tier. mir ist das so wichtig. schrecklich. naja. das ist noch zivilisierter als meine vorliebe. mir ist die körpergröße scheißegal. ich steh einfach nur auf große schwänze. ist das nicht billig? wir sind wie männer. echt. du wie einer, der nur auf dünne frauen steht. und ich wie einer, der nur auf große titten steht. eigentlich weiß man ja, von wegen innere werte und so. aber man kann sich selbst ja auch nicht verbiegen. nein. aber wir sollten dazu stehen. ich find schon. wir können uns ja nicht selbst verleugnen. ich hab das auch schon mit meiner therapeutin ausdiskutiert. die war der selben ansicht. ich muss auch eine therapie machen. ja mach doch. nein das ist so teuer. tja. kochst du mir noch ein suppi? ich hab tomatencreme da. ja bitte. du musst ihn vergessen, das hat keinen sinn. ich weiß. er tut dir nicht gut, er macht dich nur fertig. ich weiß. wir finden für dich einen viel besseren mann. hoffentlich. morgen gehen wir dann weg. und dann suchen wir uns was schickes. was zum ficken. und wenn nix ordentliches da ist, dann betrinken wir uns. wir werden uns so oder so betrinken. ich zieh die hohen schuhe an. ich auch. eine neue ära wird eingeleitet. bald, ich weiß es. ja, alles wird gut werden.

so wie schleierkraut

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 12:52 pm

ja, ich hab ehrlich gedacht, das würde mir helfen. nein, ich hätte nicht erwartet, dass es SO kommen würde. und übrigens hasse ich leute, die in ihren blogs nur unpersönlichen müll reinschreiben. wenn wir schon beim thema sind, was für leute wir nicht hassen. die und die und die. jetzt sag ich auch mal. aber egal. die sonne hat geschienen, wie ich aufgewacht bin, heute morgen. nicht in mein fenster rein, denn ich war nicht zuhause. home is where the heart is. also gibt es kein zuhause. heute nicht mehr. und morgen schon gar nicht. und für die zukunft kann man es noch mehr vergessen. gut, ein bißchen zuhause war ich vielleicht schon. aber nur so. halb. viertel. ein bruch eben. ein bruch, der sich durch den ganzen körper zieht und die seele. der zähler heißt einmal zuviel, der nenner ist enttäuschung. so kann man sich irren. vielleicht hätte ich etwas sagen sollen. aber was? versteh mich nicht falsch. es ist schön hier. bei dir. danke. für du weißt schon. ich hatte ganz vergessen, was das für ein gefühl ist. sich nicht permanent für die eigene existenz rechtfertigen zu müssen. oder dafür, dass man jemanden gerne hat. und eben da sein mag. nicht reden oder jetzt was sinnvolles machen oder nicht erklären, warum das. ich bin es leid, zu reden. und ich bin es leid, nicht zu reden. ich möchte einfach nur daliegen. liegen lernen. so wie das buch, dass ich gerade lese. da geht es um einen mann und seine große liebe. und nach dem sie ihn verlassen hat, wir er ein bindungsunfähiges, respektloses, verantwortungsloses arschloch mit einem alkoholproblem. und die frauen, die es danach ertragen müssen, naja, sie haben es sich ja auch so ausgesucht, nicht? ist sowieso alles die schuld der frau. denn die frau ist die sau. hat schon jelinek gewusst. erinnert an mich selbst. ich hab mich streicheln lassen. nicht so auf sex. sondern auf lieb. am kopf und im arm halten lassen. und die augen geschlossen und an nichts gedacht und doch gleichzeitig an alles. es wär schön und könnte ich liegen, wäre ich wirklich in der lage gewesen, so liegen zu bleiben. dann hätte es ewig so weiter gehen können aber ich musste aufstehen. und davon rennen. vanillemilch kaufen und das buch lesen und deprimiert sein wegen dem buch. weil es mich klarer sehen lässt. besser wäre es, alles hinter sich zu lassen. und diese wohnung zu nehmen und die telefonnummer ändern und die emailadresse und alles und sowieso und aus. nichts und niemanden behalten außer der besten freundin. für sie wirklich wichtig. für den rest nur füllmaterial. baby. wir haben diesen ganzen scheiß doch echt nicht nötig. wir stehen mit beiden beinen auf ihren köpfen. in hackenschuhe. sowas von drüber. nur weil er dir ein taxi zahlen wollte, liebt er dich noch lange nicht. sie wollen keine liebe. sie wollen keinen sex. sie wollen keine freundschaft. sie wollen alle nur selbstbestätigung. ihr ego wichsen. für die sind wir nicht mal menschlich. emotionale gummipuppen. vergiss es also. was brauchen wir die schon? sich nur melden, wenn man etwas braucht. und wir nur melden, wenn wir uns brauchen. das ist der unterschied. alles klar?

February 2, 2006

zwei, drei, vier, unendlich

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 10:50 pm

ich saß vorhin auf dem küchenboden. in einem grauen tigernachthemd. ich habe mein meerschweinchen beobachtet. es rannte hysterisch durch den raum und quieckte. es tat mir leid aber ich konnte ihm ja nicht antworten. welch dummes, edles tier. nein, das muss kein widerspruch sein. ich war traurig. mir war gerade eingefallen, dass ich vor so ziemlich genau vier jahren das letzte mal glücklich verliebt war. also so, dass es auf gegenseitigkeit beruht. ich dachte, wenn ich hier schon so gemütlich sitze, dann kann ich gleich mal ne runde heulen. ich wollte loslegen. gezählte drei tränen liefen über mein gesicht in das glas mit zitronenwasser hinein, welches zwischen meinen beinen stand. ich schluchzte zweimal auf. dann war die motivation vorbei. bringt ja doch nichts. ich sang das lied von den lassie singers. geh in den keller und reiß dich zusammen, traurige blumen haben nichts zu bedeuten. und dann hab ich doch tatsächlich eine email von oliver gekriegt. ne stunde später oder so. ja, genau, der! ich hatte es wirklich vergessen, dass mal jemand richtig krass in mich verliebt war. unbegreiflich. was wollen die leute bloß von mir? ich grab mich ein und zähl sterne. 

was ich mir schon immer mal von der seele reden wollte

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 10:52 am

ich kann mich nicht daran erinnern, wann es angefangen hat. meine eltern meinen, es war auf einmal da. ich war fünf jahre alt. das ist genau die zeit, in der aus dummen kindergebrabbel noch dümmere erwachsenensprache wird. es hat geheißen, etwas stimmt mit mir nicht. und ich musste zum arzt gehen. ich sollte meine zunge rollen und sätze nachsprechen. dann war ich bei einer logopädin aber einer sehr jungen. die war zwar lieb aber ich hatte das gefühl, die weiß nicht, was sie tut. und das als kleines kind. ich hab mit der gebastelt. und gespielt. das war zwar ganz nett aber ich hab mich eher wie ein labortier gefühlt. jemand, an dem sie ihre ersten praktischen erfahrungen macht. auf jeden fall hat das nichts geholfen. es wurde schlimmer. meine mutter hat mich dann von arzt zu arzt geschleppt. aber nicht die klassischen . sondern lauter alternativmediziner. von kinesiologie über heilende steine bis zu homöopathie und bachblüten hab ich einfach jeden scheiß, den es in der westlichen hemisphäre gibt, probiert. man kann meiner mutter keinen vorwurf machen, sie wusste es ja auch nicht besser. probieren geht über studieren. aber es war schrecklich. nichts half natürlich. jeder arzt erzählt mir was anderes, warum ich stotter. einer meinte sogar mal, eine mittelohrentzündung im kindergartenalter wäre daran schuld. die idee, dass vielleicht ein mißbrauch passiert sein könnte, auf die kam natürlich niemand. wenn ein kind von fünf jahren von einem tag auf den anderen plötzlich einen sprachfehler bekommt, dann muss das natürlich etwas mit seinen energiechakren zu tun haben, völlig klar! so verlor ich  das vertrauen in die alternative medizin. ich könnte jedesmal kotzen, wenn mir jemand erzählt, wie toll das nicht ist. alles gehirnwäsche. die bei mir allerdings nicht funktioniert hat. in der volksschule hat es mich noch nicht sonderlich gestört. wenn ich stotterte und die anderen lachten, konnte ich mitlachen. noch dazu war ich anführerin einer bande von schlägern und wir hatten sie alle unter kontrolle. aufmucken - blut spucken. in gymnasium wurde es dann schwieriger. vermutlich auch durch die zarte morgendämmerung der jahrelangen emotionalen und physischen folter, die man pubertät nennt. es wurde mir wichtig, was andere von mir dachten. und wenn man keinen gerade satz zusammenbringt, fühlt man sich nicht unbedingt als superstar. natürlich war das ein teufelskreis. je unwohler ich mich beim sprechen fühlte, desto schlimmer wurde das stottern auch. und umgekehrt. dann hab ich das mit dem telefonieren aufgegeben. als kind hab ich noch gerne telefoniert. aber es kam der punkt, an dem es mir echt peinlich wurde, mich am telefon zu versprechen. spricht man von angesicht zu angesicht spielt auch die körpersprache eine große rolle. aber am telefon kann man sich nur über die stimme präsentieren. mit der zeit hab ich mich dann völlig geweigert, mit jemanden zu telefonieren. ich glaube, am schlimmsten war es in der zeit von 12-14. ich war ja nicht nur mit nem sprachfehler gesegnet sondern noch dazu mit ner festsitzenden zahnspange, akne und übergewicht. ein richtiger loser also. jemand, mit dem niemand auf partys kuschelrock tanzen wollte. gerettet hat mich wohl meine gottgegebene überheblichkeit, darauf basierend, dass mir schon von klein auf eingeredet wurde, ich wäre so wahnsinnig talentiert. musikalisch, künstlerisch, schriftstellerisch, blablabla. das mit dem schreiben hat mich immer besonders amüsiert. ich wurde immer besonders für meinen wortschatz gelobt. ohne stottern hätte ich den niemals. ich hab nämlich immer probleme, wenn zwei konsonanten aufeinander folgen. welche besonders schwierig zum aussprechen sind, das wechselt wie die jahreszeiten.jahrelang konnte ich keine wörter aussprechen, in denen ein “kl” am anfang stand. oder ein “pl”. momentan kämpfe ich gerade mit “schl” und mit “fr”. man entwickelt aber als stotterer so seine strategien. meine war, mir einfach anderer wörter mit der gleichen bedeutung zu suchen. flexibilität also, immer eine kleine auswahl parat haben. das erforderte natürlich hohe denkgeschwindigkeit. aber mit der zeit wird es zum automatismus und man muss nicht mehr über worte nachdenken, die für andere eingesetzt werden könnten. dass ich so kreativ schreibe, liegt also nicht daran, dass ich die reinkarnation von goethe oder schiller bin. sondern daran, dass ich beim sprechen geschummelt hab. feigheit könnte man es auch nennen. dem eigentlichen problem aus dem weg gehen. meine persönliche überlebensstrategie, voila. sehr einfallsreich bin ich auch darin, dem telefonieren aus dem weg zu gehen. es ist, un das kann ich voller überzeugung sagen, meine größte angst. mit freunden oder familie ist es mittlerweile kein problem mehr. aber mit fremden leuten zu sprechen, hölle! wenn ich weiß, dass ich in ein paar tagen mit jemanden telefonieren muss und es keinen weg daran vorbei gibt, werde ich gleich depressiv oder zumindest so schlecht gelaunt, dass ich alle menschen in meiner näheren umgebung für meine eigenen unzulänglichkeiten verantwortlich mache und sie nerve. ich kann nachts nicht schlafen. ich fühl mich am rande einer panikattacke. ich hatte so etwas glücklicherweise noch nie aber ich kann mir dann sehr gut vorstellen, wie es sein muss. wenn mir leute dann erzählen “dass sie auch nicht gerne telefonieren”, dann kommt mir das wie purer hohn vor. der vergleich ist übertrieben aber ich erzähl jemanden, der gerade ne chemotherapie macht, nicht “dass ich auch nicht gerne krank bin”. das ist wie bei jemanden mit flugangst oder angst vor großen plätzen. die angst ist irrational. aber sie ist riesengroß und sie ist da und man kommt mit auch mit obergscheiten sprüchen nicht daran vorbei. wie komplex der gesamte sprachapparat eigentlich ist, merkt man erst, wenn er nicht mehr einwandfrei funktioniert. stottern ist schwer zu beschreiben. ich höre oft “zuerst denken, dann reden.” die leute, die das sagen, könnte ich mit einer großkalibrigen handfeuerwaffe erschießen. das ist nicht das problem. viel eher, dass ich während dem sprechen zuviel denke. ein mensch ohne sprachfehler plappert einfach so munter drauf los. ich muss vor jedem satz, den ich sage, den satz überprüfen, ob eventuelle stolpersteine darin versteckt liegen, wenn ja, dann muss ich möglichkeiten erörtern, diese stelle zu vermeiden, ist das nicht möglich, überlege ich mir oft einen völlig anderen satz oder lasse ich gleich aus. damit ich das alles mit dem sprechen irgendwie koordinieren kann, muss ich also schon drei sätze im voraus denken. wärend ich ein wort sage, bin ich in gedanken schon 20 wörter weiter. dabei passieren wiederum völlig andere fehler. wie dass ich meine atmung nicht mehr kontrollieren kann. oder mich verhaspele und wörter überspringe oder vertausche. dann kommt es zum kollaps und ich krieg gar kein wort mehr raus. dann steh ich da und bin im wahrsten sinne des wortes stumm. meistens nur für ein paar sekunden dann geht es wieder aber diese paar sekunden sind schlimm genug. ich rede ja nicht allein vor dem spiegel, ich rede ja immer mit einem oder mehreren gegenüber. wenn ich die leute gut kenne, dann ist es ok aber dann stotter ich meistens auch nicht. bei fremden leuten ist es mir immer wahnsinnig peinlich. ich kann denen ja nicht erklären, warum ich jetzt so komisch spreche. die leute denken dann, ich wäre auf drogen. oder besoffen. oder einfach nur dumm. oder geisteskrank. ich bin nicht paranoid. ich habe oft genug so sachen erzählt bekommen. menschen meinten zu mir “am anfang, wo ich dich kennengelernt hab, da hab ich gedacht, du wärst auf drogen/besoffen/dumm/ein psycho aber dann ist mir aufgefallen, dass du nen sprachfehler hast.” nun, der erste eindruck zählt ja bekanntlich am meisten. und der geht bei mir des öfteren daneben. ich merke auch, wie die leute mir gegenüber erst offen und freundlich werden, wenn sie kapieren, warum ich so spreche. natürlich nicht alle, natürlich nicht immer. naja trotzdem nicht toll. schlimm ist es auch, wenn mir jemand erzählt “dass er auch nicht gerne mit fremden leuten spricht.” so ein scheiß. das ist doch überhaupt nicht mein problem. ich habe keine sozialphobie. im gegenteil. ich bin eine gesellschafts- und small talk hure. in wahrheit. ich hab keine angst vor den menschen. ich hab angst vor mir selber und meiner unfähigkeit. ich liebe es, im mittelpunkt zu stehen. ich liebe es, vor vielen anderen leuten zu sprechen. ich wollte früher immer theater spielen. bis ich dann eingesehen hab, dass ich es nicht kann. sprachlich gesehen. wenn ich in der schule ein referat gehalten hab, hab ich immer bis auf die ersten drei sätze, einwandfrei und fließend gesprochen. auf referate hatte ich immer sehr gute noten. es hat also nichts damit zu tun, dass ich nicht auffallen möchte. ich spreche meistens sehr laut. was ungewöhnlich ist, wenn man stottert. meine sprachfähigkeit verlässt mich eben hin und wieder. als kind hab ich viel überlegt, warum das gerade mir passiert. es ist sehr selten, dass mädchen stottern. ich dachte mal, ich hätte einfach nie richtig sprechen gelernt. und hab mir dann selbst zuhause alle kinderbücher laut vorgelesen. aber das hat nichts geholfen. dann dachte ich, ich hätte in meinem letzten leben mal etwas ganz schlimmes gesagt. und wäre jetzt dafür bestraft worden. die ursachen dafür kennt man nicht. alles rein hypothetisch. es ist auch nicht heilbar. man kann nur lernen, damit umzugehen. alte mechanismen loszuwerden und neue einüben. ängste überwinden, jeden tag aufs neue. ein mann meinte mal zu mir, er fände das süß, wenn ich stotter. das hat mich so glücklich gemacht. zumindest einer sieht darin etwas liebenswertes. und nichts unangenehmes. oder lächerliches. manchmal hab ich so gute phasen, dass ich überhaupt keine fehler beim sprechen mache. wenn ich in dieser zeit leute kennenlerne, dann lachen die mich immer total aus, wenn sie mich zum ersten mal stottern hören. zuerst lache ich mit. dann erkläre ich es ihnen. das ist dann allen wahnsinnig peinlich. und mir auch, weil es ihnen peinlich ist. ich meine, es hört sich ja wirklich bescheuert an. jemand meinte mal zu mir, es würde mir gut tun, wenn ich in eine selbsthilfegruppe gehe. meine antwort darauf war: nein, das könnte ich niemals, ich müsste die alle so auslachen. ich fand den film “ein fisch namens wanda” auch total lustig. obwohl der sehr ambivalente gefühle in mir geweckt hat. so stark ist das stottern bei mir glücklicherweise nicht. aber wenn selbst ich darüber lachen muss, wie kann ich dann anderen böse sein? trotzdem versetzt es mir jedesmal nen kleinen stich. auch wenn ich selber mitlache. auch schlimm ist es, wenn die leute die sätze für mich fertig sprechen. hallo, ich kann das selber. ich finde das unhöflich. das ist, wie ne oma über den zebrastreifen zu schieben, ohne, dass sie gefragt hat. man kann doch gar nicht wissen, wo sie hinwill. ist anmaßend. am liebsten sind mir die, die es einfach ganz gelassen ignorieren. und das schaffen, ohne dass peinliches schweigen entsteht. das ist das schlimme am vor anderen leuten sprechen. wenn es plötzlich ganz still wird, nur weil ich zu stottern beginne und mich alle anstarren und darauf warten, ob ich jetzt das wort rauskriege oder nicht. der vorteil von dem ganzen ist, dass ich die leute damit zwinge, mir konzentriert zuzuhören. mich überhört man meistens nicht. wenn jemand nen eigenen rythmus hat, fällt das auf. wie in einem orchester, wo plötzlich ein instrument falsch spielt. dann hören alle nur noch dieses eine instrument und nicht mehr das orchester. alles in allem wäre ich nicht die person, die ich heute bin, hätte ich nie einen sprachfehler gehabt. mittlerweile ist es nicht mehr eine krankheit, eine behinderung, es ist teil meiner persönlichkeit. und ich mag meine persönlichkeit, auch wenn ich mir des öfteren selbst gewaltig auf die nerven gehe.  es fällt mir nur wahnsinnig schwer darüber zu sprechen. weil es niemand verstehen kann, dem es selber so geht. wer nicht weiß, wie das ist, wenn man panische angst davor hat, seinen nachnamen vor anderen leuten zu nennen, nur weil da zufällig der konsonant L auf den konsonanten V folgt, hat einfach keine ahnung.  mir ist es peinlich. nicht das stottern an sich. sondern dass ich noch immer so feige bin und so vielen situationen aus dem weg gehe. anstatt mich ihnen zu stellen. aber alles halb so wild. ich seh ja zum glück geil aus.  

February 1, 2006

merlin. prinzenrolle. babybub. poffilein. zuckertatze. mauzibauzi. katzili. dickes wursti. prinzi. mein schönster. schnurliburli. bumpa.

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 9:03 pm

ich glaube, meine katze stirbt bald. es wird mir das herz brechen.

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