dicke tiere

February 17, 2006

im park

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 6:59 pm

von so einem lebensbejahenden tiefblau wie heute war der himmel schon lange nicht mehr. ich stand mit zittrigen knien und versifften klamotten in der ubahnstation. sonne. luft. licht. mehr davon! ich hatte noch ne halbe stunde zeit, also nahm ich den umweg durch den schönbrunner schloßgarten. ich war wirklich schon zu jeder jahreszeit dort aber ich schwöre, so schön wie heute, war es noch nie. und das im februar, der monat, dem niemand etwas zutraut. der boden war mit einer dicken kruste geschmolzenen eis belegt, nicht mehr hart aber auch noch nicht ganz weiß, so wie dieses crushed eis, dass sie in die milkshakes tun. das eis und das wasser reflektierte die azurblaue farbe des himmels, es sah aus, als würde man hoch in den alpen auf einen gletscher stehen, gleißendes reines licht von überall her, aus dem boden und vom himmel. abwechselnd wirbelte ein schwarm weißer und ein schwarm schwarzer vögel durch die luft. manchmal ist die realität kitschiger als jedes vorstellbare rokoko-gemälde.  inmitten eines sees geschmolzenen wassers stand eine einsame parkbank. ich versuchte auf einzelnen, noch stabilen eisschollen hinüber zu gelangen, elegant wie ein pinguin watschelte ich durch den schlamm. dann saß ich, wie eine schiffsbrüchige, auf der berühmten einsamen insel mit nur einer palme (in meinem fall eine straßenlaterne). fünf minuten saß ich völlig in mich und die welt um mich herum versunken da.

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