dicke tiere

February 13, 2006

blind, taub und stumm

Filed under: Uncategorized — halligalli @ 10:17 pm

sie stand auf der straße. trug einen kurzen rock. und halterlose strümpfe. der gummi zwickte in den oberschenkel. das fleisch wölbte sich. sie fuhr mit den rotlackierten fingern unter die jacke und rieb an ihren brustwarzen. heute nacht. er kam auf einem fahrrad. sie lächelte ihn an. er stellte sich vor. mike oder ein ähnlich bescheuerter name. mike hatte zwei pornos dabei. gerade aus der videothek ausgeliehen. er konnte wählen zwischen wichsen oder dieser frau. sie nahm noch einen schluck aus ihrer sektflasche und sah ihn dabei durch halbgeschlossene augenlider an. sie hatte schöne augen. grazil geschminkte, himmelblaue augen. mike war personal trainer und ziemlich blöd. sie stellte sich vor. lulu. das war zwar nicht ihr richtiger name aber was tut der schon zur sache? sie packte ihn am arm und zog mike in den club. ein dunkles gemäuer, steile treppen nach unten. rotes licht im nebel. harte beats. überall knutschende schwule. in der ecke holten sich zwei einen runter. gleich würde der blonde dem schwarzen einen blasen. sie die einzigen zwei heten hier. lulu drehte sich zu mike um. er grinste und wusste nichts zu sagen. mike war nicht so gut mit worten. also packte er ihr gepudertes köpfchen und steckte seine proletenzunge hinein. lulu griff ihm reflexartig zwischen die beine. es hatte sich gelohnt. sie hätte nicht gedacht, dass es so schnell gehen würde. sie wand sich geschickt aus seiner umarmung und flüchtete zur bar. sie kannte die stelle, an der man leicht flaschen klauen konnte. abwarten. die zwei barkeeper am anderen ende. blitschnell zog sie ne flasche whiskey in ihre tasche. niemand bemerkt. lulu sperrte sich am klo ein. zog den slip hinunter. alles schon verklebt vor lauter lust. dieser mann. viele muskeln, kleines hirn. versprach eine menge. sie pisste eine runde. hörte dabei schniefen von links und rechts. mehr beine als nötig in jedem klo. sie nahm das als anlass, ihr speed auszupacken. schnell noch zwei lines legen. sie trank. putze sich die nase. noch zwei kondome in der tasche. reicht. sie zog den lippenstift vor dem spiegel nicht nach. wäre sowieso bald weggelutscht. mike suchte schon die tanzfläche nach ihr ab. wie ein geiferndes, wildes tier. mit aufgeblähten nüstern. sie umarmte ihn von hinten und lachte schrill. schob ihm einen becher whiskey in die hand. mike erzählte lulu von seiner wohnung, gleich hier um die ecke. sie leckte an seinem hals. er nahm ihre hand und zog sie hinauf. in die kalte dunkelheit. ihren mantel lies sie hinter der couch. im club. sie würde später zurückkommen. sie fuhren mit dem lift. viele stockwerke, es war ein hochhaus. mike redete. lulu hörte zu und hatte drei sekunden später schon vergessen, wovon er sprach. sie war mit den gedanken woanders. sie lag in einem bett. auf ihr ein warmer körper. sie umarmte diesen körper. streichelte sein haar. flüsterte ihm dinge ins ohr. lächelte. sie hatte nie zuvor in ihrem leben so gelächtelt. und nie danach. doch das war jetzt vorbei. der aufzug hielt im 15. stock. sein appartement war groß. edel. viel holz. große fenster. er bot ihr was zu trinken an und sie setzte sich aufs bett. er kam zu ihr. setzte sich hinter sie und zog ihren BH aus. streichelte ihre großen brüste. saugte an ihrer weichen haut. am hals. sie schloss die augen.spürte seinen harten schwanz an ihrem arsch. eigentlich hatte sie keine lust. aber es gab kein zurück mehr. nicht, weil sie sich nicht wehren hätte können. lulu war müde. lulu wollte schlafen. sie lies ihn machen. er drückte sie auf die matratze. sie zog sich aus. er küsste gut aber schmeckte schlecht. der geruch aus seinem mund. den mochte sie nicht. mike hielt sich nicht großartig mit der befriedigung von lulu auf. er setzte sich breitbeinig auf ihre brust und schob ihr seinen schwanz in den mund. sie lutschte daran. aber sehr herzlos. nicht mal an der stelle schmeckt er gut. dachte lulu sich. sie hatte ihn sich größer vorgestellt. mach doch endlich. ich brauch ne line speed. dachte sie sich. mike zog sich ein kondom über. der geruch von gummi an seinen händen. sie verzog das gesicht. sie spürte nichts bemerkenswertes. bis er sie von hinten nahm. lulu wollte bei one night stands immer sex von hinten. es war besser, den typen dabei nicht ins gesicht zu sehen. für sie. und es war geiler. meistens. sie drehte sich bereitwillig um. er legte los. auf einmal ein infernaler schmerz ganz tief in lulu drinnen. sie keuchte auf. ihre augen traten aus den höhlen. als würde er sie mit einem küchenmesser ficken. sie hielt inne. wo kam es her? hatte sie das vorher schon mal gespürt. sie sagte nichts. lies ihn weitermachen. mike rackerte sich gewaltig ab. er denkt wohl, er ist ein pornostar. dachte lulu. der schmerz wurde immer stärker. dem rythmus von mike nach. lulu stöhnte vor schmerzen. er dachte, es wäre aus lust. und wurde schneller. tränen schossen ihr in die augen. sie verkrampfte sich. dadurch noch schlimmer. warum brach sie nicht ab? warte noch ein bißchen. sagte sie zu sich selbst. vielleicht wird es besser. aber sie wollte kein ende. mach weiter. fester. los. stoß zu. sie schrie. aufspießen. wie ein spanferkel. es tat so weh. sie wollte, dass er weiter macht. dass sein schwanz wie ein schwert. sie blutig macht. alles schlechte aus ihr rausfickt. noch mehr. tu mir weh. bestraf mich. ich war böse. dachte lulu. sie fühlte etwas kaltes in sich aufsteigen. kalte, schwarze lust. sie wusste. so nah wie in diesem augenblick war sie der hölle niemals zuvor. ihre augen flatterten. mike merkte nichts. er schob ihre schenkel weiter auseinander. um noch tiefer zu können. es gefiel ihr wohl so. geil. was für eine schlampe. er presste sich so fest an diesen wippenden arsch, wie er nur konnte. mike war in seinem element. mach die fotze fertig. lulu wimmerte nur noch. er kam. spritze auf ihren brüsten ab. sie krümmte sich zusammen. er fragte, ob er gut war. sie nickte und presste den kopf in die decke. satinbettwäsche. lulu hat satinbettwäsche schon immer gehasst. besonders schwarze. ein paar minuten lang schlief sie komatös. wie in trance. sie dachte an jemand anderen. an sein goldenes lächeln. wie sanft er jetzt ihre hand gehalten hätte. sie würde gerne weinen. aber nicht vor mike. ging ihn nichts an. würde auch nicht interessieren. sie wollte ja auch nichts von seinen problemen wissen. er legte sich auf sie. seinen schweren körper. er wollte noch mal. sie aber nicht. sie sprang auf und rannte in die küche. sah sich hektisch nach einer glatten fläche um. der elektroherd. mit zitternden händen kramte sie ihr briefchen aus der tasche. sie hatte nicht mehr die nerven, um eine schöne line zu legen. sie schüttete lieblos ein häufchen aus der tüte. rollte einen zwanzigeuro schein. jagte sich amphetamine durch die nase. machst du das öfters? fragte mike. geht so. sagte lulu. sie wollte hier nur noch weg. sein dummes gesicht nicht mehr ertragen. beinahe schon panisch. fliehen. weit weit weg von diesem geruch. sex. sie zog sich an. hastig. abschiedskuss. wozu eigentlich. zwei strassen weiter würde sie seinen namen schon nicht mehr wissen. sie hatte den whiskey vor der tür versteckt. er war noch da. sie nahm einen tiefen schluck. eine stunde hatte sie gebraucht. ihr unterleib schmerzte. was hatte der typ da bloß kaputtgefickt? so groß war sein schwanz auch nicht gewesen. sie sah in ihrem slip nach. kein blut. seltsam. sie ging ein paar schritte. es war sommer aber sehr frisch. auf dem großen betondenkmal vor dem turm saßen leute. sie setzte sich dazu und schnorrte eine zigarette. dann noch nen joint. wollte aber nicht reden. sie ging weiter. richtung club. sie musste wieder denken. sie hasste das. lulu fühlte sich schrecklich. als würde jemand ihr herz brechen. aber nicht nur einmal. sondern immer wieder. und wieder. jede sekunde. mit einem großen vorschlaghammer draufhauen. sie dachte an sein gesicht. das hätte viel eher den hammer verdient. als ihr herz. sie würde es gerne ansehen. jetzt. aber das ging nicht. das würde nie wieder gehen. zumindest wäre es nicht mehr das selber. wie früher. was war schief gelaufen? sie verstand es noch immer nicht. hatte doch nur. nur. lieben. wollen. immer nur geliebt. vom ersten augenblick an. sogar jetzt noch. aber sinnlos. denn da war nur noch wüste. und hass. jede berührung wäre qual. lulu weinte. und dann hörte sie auf. nach ein paar tränen. sie konnte nicht mehr weinen. hatte zuviel wasser verloren, die letzten tage. sie war so unsagbar leer. minus unendlich leer. wo es sie doch so ausgefüllt hatte. damals. und jetzt weg. sie setzte sich auf eine parkbank. wozu sich noch umstände machen. sie steckte ihre nase ins papier und sog den letzten rest droge in sich ein. speed half ihr schon immer bei liebeskummer. wusste nicht warum. tötet gefühle ab. einfach so. macht es erträglicher. seine augen. seine haare. seine hände. sein blick. noch ein schlucki, schnucki. sie fühlte sich nicht mal mehr einsam. sie fühlte überhaupt nicht mehr. jetzt spürte sie das blut zwischen ihren beinen. aber das war noch nicht genug. mike hatte sie fertig gemacht. das war gut gewesen. sie war nah bei sich gewesen. der schmerz. dadurch lebendig. wieder mal. sie nahm ihr etui aus der tasche. in einem tuch. eingewickelt. vorsichtig ihr freund. die rasierklinge. lulu wollte jetzt keine dramatik. sie schnitt sich dreimal in den linken arm. unspektakulär. nicht mal besonders tief. sie atmete erleichtert auf. besser. so. sie würde zurück auf die party gehen. freunde treffen. den handschuh über den frischen schorf ziehen. lächeln. stolz von der eroberung erzählen. einiges verschweigen. alle hatten sie beobachtet. das sei der schönste mann des abends gewesen. hat jemand gesagt. und sie ihn abgekriegt. sie fühlte sich attraktiv. und wahnsinnig wild. lulu schmiss noch ne pille. von jetzt an die liebe!

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