das verhör
los, nun reden sie schon, was haben sie heute nacht gemacht? ich? ich habe die ganze nacht masturbiert, bis meine genitalien rot und wund waren und mir das blut aus den fingernägeln gespritzt ist. meine pornos hab ich vor lauter extase mit den zähnen zerfleddert, wie ein wildgewordenes tier aber nicht die üblichen pornos, wie sie sich wahrscheinlich denken können, das macht mich schon längst nicht mehr scharf. ich sehe hier einen schwanz und da eine muschi, stecken ineinander und die säfte fließen, LANGWEILIG, kenn ich schon, nein, danke. doch wie fing das an, verdammt noch mal, in einsamen stunden, viele waren es, ich lag auf dem bett, nackt, seit tagen nicht mehr geduscht, die haare wirr und fettig vom kopf abstehend, die zähne gelb, und ich lag auf dem bett, hab die wand angestarrt, mir im minutentakt tramal-tropfen auf die schleimhäute rinnen lassen, opiate sind besser als liebe, glauben sie mir das, ob ich eine frau oder ein mann bin,was tut das schon zur sache, überhaupt, diese bescheuerte geschlechtertrennung, wo hört ein mann auf, wo fängt die frau an, ich bin geschlechtlos, in meinem kopf kann ich alles sein, kann ich einen dreissig zentimeter langen penis haben, kann ich eine fotze mit reißzähnen haben, wenn ich will, die alles, was man ihr reinsteckt, in stücke zerfetzt, in meinen träumen kann ich auch ein pferd sein oder ein hund und kann meine tochter verführen oder die mutter, vater, onkel, tante, jeden, warum, ich bin nämlich pervers, das müssen sie wissen, was red ich da, das wissen sie doch schon längst aber sie können sich nicht vorstellen, in welchem ausmaß, das hat angefangen, da war ich sieben, ich weiß, dass es da angefangen haben muss denn da fühlte ich mich alleine, verdammt, ich hatte angst, ich war zum ersten mal verliebt und wurde nicht zurück geliebt, scheißgefühl, kann ich nur sagen, und hier beginnt die angst, man sagt doch, das wichtigste im leben sei die liebe, dem kann ich nur widersprechen, die freiheit, die freiheit ist das, was zählt, denn nur, wer frei ist, sich frei fühlt, frei fühlen kann, der ist der liebe fähig und wie heißt es doch so schön, die mutter aller freiheiten ist die angstfreiheit, wie soll ich also lieben, wenn ich angst habe, es geht nicht, verstehen sie das? sie verstehen es nicht, denn mich hat noch niemand verstanden, klar ist das selbstmitleidig, das sind wir perversen doch immer, ach, was red ich da, nein, in wahrheit, in wahrheit halten wir uns für einen scheisselitären club, in den abgründen unserer seelen lauern bittersüße genüsse, von denen ihr sexuell funktionierenden, genormten nur träumen könnt, je tiefer wir fallen, desto höher der flug, so süßer das gift, unsere fantasie ist wie ein garten eden, den man versehentlich in der hölle gepflanzt hat, alles, jede frucht, jedes wässerchen, jedes tier, macht auf der stelle süchtig, die wolken aus kokain und in den bächen fließen illusionen dahin, die illusion von der vollkommenen extase, wir kommen verdammt nah ran aber wir werden sie niemals erreichen, die dosis muss immer gesteigert werden, es ist wie mit den periodischen zahlen, man nähert sich der grenze doch man erreicht sie nie, man denkt es, sinnlos, alles und dann holen wir unsere strumpfhosen heraus, zerreißen sie, foltern sie, vergewaltigen sie, oder die windjacken und wir blasen rote gummistühle auf, reiben schwitzende schenkel daran, eine frau, 500 kilo schwer, ein fettes, stinkendes ungeheuer, frisst aschenbecher und ihre eigene scheisse und suhlt sich im dreck, seine herrlichste fantasie, pures, reines glück, wir tragen gummiknebel und riesige klistierapparate im arsch, wir dienen der herrin oder dem herrn als toilette, kleine sklavensau, doch es kann nie genug sein, es muss mehr sein, tonnen von sperma und speichel ins gesicht, in den mund, schluck es herunter, ein menschlicher müllschlucker, zeig der welt, dass du das letzte bist, für die liebe, die du niemals geben kannst oder empfangen wirst, denn unsere demut, unsere unterwerfung ist der heilige gral, wo eure menschlichkeit endet, fängt unsere liebe erst an, wie schön, wie rührt es mich zu tränen, wenn mir das blut aus allen öffnungen spritzt, man mich beschimpft und schlägt, in ein dunkles verlies sperrt, den schlüssel wegwirft, ich völlig machtlos, diese ohnmacht, die ohnmacht ist der orgasmus der devoten, was immer ihr euch auch vorstellen mögt, es ist schlimmer, ich bin schlimmer, ich kann nie freiheit erlangen, also leg ich die ketten meiner unchristlichen leidenschaften noch fester an, ich weiß, dass ich, dass wir das letzte sind und je mehr ihr uns verachtet und verdammt, desto glückseliger werden wir sein, wenn schon nicht dazu gehören können, dann so weit wie möglich von dem kreis davongeschossen werden, wie ein astronaut in seiner kleinen rakete, die erde, planet der freien liebe und ich ins all geschossen, in die dunkelheit, zum todesstern der abnormen perverslinge, das ist mir noch viel zu nahe, noch weiter, ich möchte mich auflösen, ins nichts hinein und wenn ich ejakuliere, bin ich tot.
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